75 Jahre Unternehmensgeschichte Grossekämper

E-Mail senden

Unser Kalksandsteinwerk in Stukenbrock

Vor 75 Jahren entschloss sich Heinrich Großekämper selbst Hand anzulegen und unter viel Schweiß und Mühe wurde die H. Großekämper Lehmziegelei GmbH 1938 gegründet.

Die Erfolgsgeschichte begann mit Sand und Lehm, die Ostwestfalen mit seiner Senne-Landschaft bot und Heinrich Großekämper dazu animierte, in die Herstellung von Lehmziegeln für das Baugewerbe einzusteigen. Seit dem hat die Affinität der Familie zur Bauindustrie weiterhin bestand – natürlich haben sich im Laufe der Zeit auch andere Geschäftsbereiche aufgetan – hierzu aber später mehr.

Der Erfolg einer Unternehmensgruppe beruht nicht nur auf einer Idee und deren Umsetzung, sondern vor allem auch auf dem Einsatz und Engagement der Mitarbeiter. Wir konnten nur die Voraussetzungen für das Kalksandsteinwerk schaffen und diese durch unsere Mitarbeiter mit Leben füllen. Sicherlich haben sich die Arbeitsfelder sowie die Tätigkeitsbereiche im Laufe der Zeit stark verändert, doch auch heute sind unsere Mitarbeiter das Herzstück der Firma.

In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zog Heinrich Großekämper von Ostenland (heute Kreis Paderborn) ins nahe gelegene Stukenbrock (heute Schloß Holte-Stukenbrock). Dort begann er 1936 mit dem Bau einer industriellen Ziegelei. Viele Arbeiten musste er selbst übernehmen, ehe am 19. September 1938 die Lehmziegelei H. Großekämper offiziell gegründet wurde.
Zusammen mit seinen Mitarbeitern konnte schließlich in der eigenen Ziegelei mit der Ziegelherstellung begonnen werden.

In bester Tradition

Das Unternehmen groku Kunststoffe GmbH liegt eingebettet in der herrlichen Landschaft der Senne in Ostwestfalen. Ursprung der Unternehmensgruppe Großekämper war jedoch nicht die Fertigung von Kunststoffeimern, sondern die Herstellung von Ziegeln auf traditionelle Art. Grund für die Ziegelfertigung waren die Bodenvorkommnisse der Senne, die bekannt für ihre Sandqualität und Lehmgruben war und ist. So kam es, dass um 1900 zahlreiche Ziegeleien das Landschaftsbild prägten. Heinrich Großekämper kam so bereits in jungen Jahren mit dem Ziegel-Geschäft in Berührung. Während dieser Zeit hat er seinen Namen in einem Ziegel vor dessen Brennvorgang verewigt. Er erlernte schnell das nötige Fachwissen und die Idee einer eigenen Ziegelei beschäftigte ihn zunehmend.

Normalität in dunklen Zeiten

Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, änderte sich für die Ziegelei zunächst wenig. Durch die Invasion der Normandie durch die Alliierten wurden jedoch Verteidigungswälle wie der Westwall errichtet. Die Ziegelei musste nun auch Ziegel zur Errichtung dieser Verteidigungswälle herstellen. Der Betrieb konnte den Umständen entsprechend weitestgehend fortgeführt werden.

Motor für das Wachstum

Als 1945 die U. S. Army Stukenbrock einnahm, war der Krieg für die Ziegelei glücklicherweise ohne nennenswerte Beschädigung zu Ende gegangen. Die Produktion konnte fast ohne Unterbrechungen fortgeführt werden.

Die Produktion wurde über die nächsten 20 Jahre kontinuierlich durch Erweiterungen der Maschinerie und der Produktions- und Lagerstätten gesteigert. Der Lehmziegel war über Jahrzehnte ein begehrter Baustoff für den industriellen Bau sowie den privaten Wohnungsbau.

Eine neue Geschäftsidee

Trotz der positiven Entwicklung der Ziegelei über die Jahre plante Heinrich Großekämper bereits Mitte der 1950er Jahre eine neue weitere Geschäftsidee. Da täglich Transporter mit Kalksandsteinen an seinem Bürofenster vorbeifuhren und die „weißen“ Kalksandsteine mit den „roten“ Ziegeln konkurrierten, sollte bald ein Kalksandsteinwerk her. Da sich genau auf der anderen Straßenseite idealer sandiger Boden befand, begann Heinrich Großekämper damit, ein eigenes Kalksandsteinwerk zu errichten. Jahr für Jahr wurden entsprechende Pressen, Kessel und Silos zusammengekauft und gelagert, bis 1961 das H. Großekämper Kalksandsteinwerk in Betrieb genommen werden konnte. Das Kalksandsteinwerk besteht bis heute als ein unabhängiges und inhabergeführtes Werk. Der Vertrieb wird eigenständig und nicht über ein Verkaufskontor betrieben. Die Familie Großekämper besitzt über eine Beteiligungsgesellschaft Anteile am Kalksandsteinwerk Oldinghausen in Enger und Kalksandsteinwerk Seelenfeld in Niedersachsen.

Abschied von der Ziegelei

Mitte der 1960er Jahre wurden die traditionellen Ringöfen in den Ziegeleien durch moderne und effizientere Tunnelöfen ersetzt. Ein Schritt, der auch der Firma Großekämper bevorstand und eine hohe Investition erforderte. So stand Heinrich Großekämper vor der Entscheidung, eine größere Investition vorzunehmen oder die Ziegelei zu schließen. Da das Kalksandsteinwerk aber mittlerweile erfolgreich betrieben wurde und das Rohmaterial für die Ziegelherstellung ohnehin nicht ideal bzw. erschöpft war, entschloss man sich, den Betrieb der Lehmziegelei H. Großekämper einzustellen.

Dank des gut laufenden Kalksandsteinwerkes konnte sich Heinrich Großekämper auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder konzentrieren. Ein Verwandter der Familie brachte ihn schließlich auf die Idee, in die Kunststofffertigung einzusteigen.
Aus Platzgründen wurden die ersten Spritzgießmaschinen in den Gebäuden einer benachbarten ehemaligen Papierfabrik aufgestellt. Erste Erfahrungen mit der Spritzgusstechnik wurden bei der Herstellung von Bierkästen gemacht. Doch die Betriebsstätten waren provisorisch, also wurde 1970 das erste Gebäude für die Kunststofffertigung in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kalksandsteinwerk errichtet.

Die Qualität der Produkte und eine erfolgreiche Anknüpfung an den Erfolg des Unternehmens liegen auch Henrik Großekämper, der als Erster in die Geschäftsführung in dritter Generation eingetreten ist, am Herzen.